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02.12.2013

Wohnungsbrand in der Holzmindener Altstadt (02.12.2013)

Einsatzstichwort: Feuer 2, erhöht auf Feuer 3 (9.42 Uhr)
Einsatzmeldung: Dachstuhlbrand
Einsatzort: Weberstraße, Holzminden
Alarmierte Schleifen: Mittelschleife Brand Holzminden, Großschleife Holzminden, Großschleife Mühlenberg, Sirene Mühlenberg
Fahrzeuge: LF 20/16, DLK 23/12, ELW 2, HLF 20/16, LF 16-TS, SW 1000, RW 2, MTW, MTW m. FwA-Transport, WLF m. AB-Sondergeräte u. AB-Mulde (Bauhof) (Holzminden); DLA (K) 23/12, TLF 3000 (Höxter)
Eingesetzte Kräfte: 77 (Holzminden); 6 (Höxter)
Alarmzeit: 9:38 Uhr

Bericht:
Am Montagvormittag kurz nach halb zehn wurde die Ortsfeuerwehr Holzminden mit dem Stichwort "Feuer 2 - Dachstuhlbrand" in die historische Altstadt von Holzminden alarmiert. In der Weberstraße war es in einem Fachwerkgebäude zu einem Feuer im ersten Obergeschoss gekommen.

Ein ausgedehnter Zimmerbrand der Küche war zum Alarmzeitpunkt bereits auf die Wohnung übergeschlagen, das Dachgeschoss verqualmt.

Beim Eintreffen der ersten Kräfte schlugen Flammen nach hinten aus der Brandwohnung, im vorderen Bereich war eine massive Rauchentwicklung festzustellen. Noch auf der Anfahrt wurde angesichts der Lage das Einsatzstichwort auf "Feuer 3" erhöht.

Da die Altstadt ist aufgrund ihrer historischen Bausubstanz und der dichten, verschachtelten Bebauung ein besonders sensibler Bereich im Einsatzgebiet der Ortsfeuerwehr Holzminden ist, wurde durch den Holzmindener Ortsbrandmeister aufgrund der weithin sichtbaren Rauchentwicklung ebenfalls bereits auf der Anfahrt die Feuerwehr Höxter mit einer zweiten Drehleiter alarmiert, um bei einer etwaigen Brandausbreitung unmittelbar reagieren zu können.

Sofort wurden drei Trupps unter Atemschutz in der Brandwohnung und dem darüberliegenden Dachgeschoss mit insgesamt zwei C-Rohren zur Brandbekämpfung und Kontrolle eingesetzt. Aufgrund der baulichen Situation gestaltete sich der Zugang zum Brandobjekt schwierig. Ein Teil des zweitgeteilten Dachgeschosses ließ sich nur über eine Steckleiter erreichen.

Parallel wurde mit einem weiteren C-Rohr im Außenangriff ein Flammenüberschlag auf den Dachstuhl erfolgreich verhindert. Da die Fensterscheiben der Wohnung bereits geborsten waren, kam schon während der unmittelbaren Brandbekämpfung ein Lüfter zum Einsatz.

Eine Person hatte sich beim Eintreffen der Feuerwehr bereits selbst gerettet. Sie wurde an den Rettungsdienst übergeben und in ein Krankenhaus gebracht. Ein Hund konnte ebenfalls gerettet werden, ein weiterer kam in den giftigen Rauchgasen um.

Vorsorglich wurde das Wenderohr der Drehleiter vorbereitet und der Korb mit einem Atemschutzgeräteträger besetzt. Die Drehleiter übernahm gleichzeitig die Aufgabe der Anleiterbereitschaft.
Die Wasserversorgung wurde von zwei Hydranten in der Weberstraße bzw. der Karlstraße (mit fahrbaren Schlauchhaspeln vom HLF) her aufgebaut.

Ein primärer Bereitstellungsraum für den zweiten Zug und die Kräfte des Rettungsdienstes wurde in der Mittleren Straße festgelegt. Die Einheiten der Feuerwehr Höxter hielten sich am Haarmannplatz in Bereitstellung. Der Rettungsdienst war mit zwei Rettungswagen sowie dem Einsatzleitwagen des Organisatorischen Leiters (Stichwort ManV 0) vor Ort.

Durch die schnelle und erfolgreiche Brandbekämpfung konnte ein Übergreifen auf weitere dicht angrenzende Gebäude verhindert werden. Auch eine kurz bevorstehende Brandausbreitung auf den Dachstuhl wurde durch den Löscheinsatz verhindert. Dennoch entstand erheblicher Sachschaden.

Nach Ablöschen des Feuers waren noch umfangreiche Nachlöscharbeiten erforderlich. Auch das Fachwerk muss stellenweise geöffnet werden, da das Feuer auch in die Wand zu einer Nachbarwohnung gelaufen war und diese verraucht hatte. Die Wand musste vollständig abgetragen werden um das Feuer zu löschen. Alle Bereiche wurden mit der Wärmebildkamera kontrolliert.

Für die Nachlöscharbeiten wurden weitere Atemschutztrupps eingesetzt. Fast alle der sieben eingesetzten Atemschutztrupps kamen mehrfach zum Einsatz. Auch in der betroffenen Nachbarwohnung konnte nur unter Atemschutz gearbeitet werden.

Nach erster Spurensicherung durch die Polizei musste noch die Brandwohnung  aufwändig ausgeräumt werden. Mit dem WLF wurde eine Mulde des städtischen Bauhofs zur Einsatzstelle gebracht um den heißen Brandschutt aufzunehmen. Für die Nachlöscharbeiten war ein C-Rohr im Einsatz.

Weitere Atemschutzgeräte wurden für den material- und personalintensiven Einsatz zur Einsatzstelle gebracht. Insgesamt wurden 24 Atemluftflaschen verbraucht.

Die Einsatzleitung lag bei Ortsbrandmeister Michael Nolte. Vor waren außerdem Stadtbrandmeister Manfred Stahlmann und stv. Kreisbrandmeister Dirk Hartmann. Nach knapp sechs Stunden war der Einsatz für die Feuerwehr beendet. Noch während des Wiederherstellens der Einsatzbereitschaft wurde die Feuerwehr zur Unterstützung des Rettungsdienstes erneut alarmiert.

In diesem Zusammenhang weist die Feuerwehr wieder einmal darauf hin: Rauchmelder retten Leben! Rauchmelder verhindern zwar keine Brände, sie sorgen aber dafür dass diese früh entdeckt werden und so ausreichend Zeit bleibt, um sich in Sicherheit zu bringen und die Feuerwehr zu alarmieren. 

Kategorie: Einsätze-Fw-Holzminden
Von: J. Schwingel
Fotos: T. Stahlmann, H. Kleinod, Feuerwehr