Rettung aus Höhen und Tiefen: Anspruchsvolle Übungslage für den 1. Zug (29.03.2016)
Zum Übungsdienst des 1. Zuges am Dienstagabend um 19.00 Uhr konnte Zugführer Olaf Jungermann insgesamt 36 Kameradinnen und Kameraden begrüßen. Nach dem Einteilen der Fahrzeugbesatzungen gab er den Alarm an die anwesenden Kräfte: "Alarm: Person auf Baugerüst verletzt im Hallenbad Holzminden!" Sofort wurden die Fahrzeuge besetzt und der erste Zug und ein Rettungswagen der Johanniter aus Holzminden fuhren alarmmäßig, das heißt mit Sonder- und Wegerechten, das Hallenbad in Holzminden an.
Die Gruppenführer führten gemeinsam mit dem Einsatzleiter und Zugführer eine Erkundung im Gebäude durch. Dabei fanden sie folgende Lage vor: Eine Person war bei Handwerksarbeiten durch eine Lücke im Baugerüst gestürzt, welches im leeren Schwimmerbecken aufgestellt war. Die Person befand sich nun eine Ebene tiefer auf dem Baugerüst in ca. vier Metern Höhe über dem Boden des Schwimmbeckens.
Nach der Erkundung und einer knappen Lagebesprechung entschied man sich dafür, den Gruppen einzelne Schritte der Rettung der Person zuzuweisen. Die Person sollte zunächst in das Schwimmbecken hinabgelassen werden, um anschließend am Rand des Beckens wieder aufgeseilt zu werden.
Die Gruppe vom HLF 20/16 übernahm den Aufbau des Auf- und Abseilgerätes (Rollgliss) am Beckenrand und errichtete einen Zugang über Steckleiter in das Schwimmerbecken.
Um einen Erstzugang für den Rettungsdienst zu schaffen, ging die Gruppe vom LF 20/16 unterstützt durch die Drehleiterbesatzung in das Becken vor. Vom HLF wurden weitere Steckleiterteile in das Becken hinabgelassen, damit mit der Steckleiter ein Erstzugang zum Gerüst geschaffen werden konnte.
Die Besatzung von TSF und SW 1000 leuchtete unterdessen die Einsatzstelle aus und arbeitete den anderen Gruppen zu.
Nachdem der Rettungsdienst die verunglückte Person, simuliert durch eine Puppe von dem Gewicht eines echten Menschen, untersucht hatte, entschied dieser, dass eine patientenschonende Rettung durchzuführen sei.
Durch die Gruppe vom LF wurde am Gerüst ein Flaschenzug aufgebaut. Die verletzte Person wurde mithilfe eines Spineboards, einem speziellen Kunststoffbrett zur Personenrettung, in die Schleifkorbtrage verbracht. Sie wurde anschließend in der Trage liegend mit dem Flaschenzug in das Becken abgelassen.
Nun wurde die Schleifkorbtrage mitsamt der Person in das sogenannte Rollgliss eingehängt und am Rand des Beckens wieder hinaufgezogen. Nachdem die Person noch durch Feuerwehrkräfte aus dem Gebäude getragen worden war, wurde sie dem Rettungsdienst übergeben. Die kräftezehrende Übung konnte so nach ca. zwei Stunden beendet werden.
Die Besonderheit bei dieser Übung war das Arbeiten im absturzgefährdeten Bereich: Die Feuerwehrkräfte konnten nur unter dem gebotenen Eigenschutz mit Absturzsicherung vorgehen, Personen die am Beckenrand arbeiteten sowie der Rettungsdienst mussten sich ebenfalls gegen Absturz sichern.
Kategorie: Aktuelles-Fw-HolzmindenVon: L. Schrader; Fotos: L. Schrader



