Zwei PKW verunfallt: 2. Zug übt am Ofenhaus (19.11.2015)
"Bei schlechtem Wetter kommt es auf einem Betriebsgelände zu einem folgenschweren Verkehrsunfall. Ein Gabelstaplerfahrer kollidiert aus Unachtsamkeit mit einem Pkw. Die Gabel steckt seitlich im Fahrzeug, trifft den Fahrzeugführer. Durch die Wucht des Aufpralls wird der Staplerfahrer in seinem Gefährt bewusstlos. Ein weiterer Pkw versucht dem Geschehen auszuweichen und rammt einen Stapel Fässer. Diese stürzen auf das Dach des Fahrzeuges und verletzen die Insassen schwer. Eines der Fässer trifft einen weiteren Mitarbeiter. Dieser wird unter dem 200 Kilogramm schweren Behälter eingeklemmt."
Dieses umfangreiche Szenario erwartete den zweiten Zug der Ortsfeuerwehr Holzminden am Donnerstagabend bei einer Übung am Ofenhaus. Ausgearbeitet wurde diese Übung von Markus Breyer.
Die anrückenden Einsatzkräfte wurden vom Geschäftsführer des Verwertungsbetriebes empfangen. Aufgrund der schlechten Sprachkenntnisse des Mannes, der offensichtlich einen Schock erlitten hatte, war die Erkundung für den Einsatzleiter Christian Willeke zusätzlich erschwert.
Schnell wurde allerdings klar, dass es sich beim Inhalt der Fässer nicht um Gefahrgut handelte. Somit konnten alle Einsatzkräfte zum Unfallort vorziehen. Nachdem die Einsatzstelle in zwei Abschnitte geteilt wurde, begannen die Einsatzkräfte mit der Menschenrettung.
Im ersten Abschnitt kam das HLF 20/16 zum Einsatz. Der unter dem Fass eingeklemmte Mitarbeiter wurde durch Anheben des Gewichtes gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. Anschließend wurden die auf dem Pkw liegenden Fässer angestochen, und der Inhalt, laut den Etiketten handelte es sich um destilliertes Wasser, lief heraus. Nun konnte mit der Rettung der beiden in dem Fahrzeug eingeklemmten Personen begonnen werden.
Der Beifahrer wurde durch eine sogenannte „Crashrettung“ schnell befreit.
Für den Fahrzeugführer wurde eine große Rettungsöffnung geschaffen. Am Fahrzeug kam das hydraulische Rettungsgerät vom HLF 20/16 zum Einsatz.
Zeitgleich arbeitete die Besatzung des RW und des LF 16-TS den zweiten Einsatzabschnitt ab. Der bewusstlose Staplerfahrer wurde befreit und an den Rettungsdienst übergeben. Die Rettung des Fahrers des aufgespießten Pkw gestaltete sich allerdings schwierig, da durch die Gabel zwischen ihm und dem Fahrersitz eine Rückenverletzung nicht auszuschließen war. Mittels hydraulischen Rettungsgerätes wurde das Dach des Fahrzeuges entfernt. Um den Fahrer anschließend mit dem Spineboard retten zu können, wurde das Lenkrad mit einem hydraulischen Rettungszylinder nach oben gedrückt.
Nach einer guten Stunde war auch diese Person befreit und an den Rettungsdienst übergeben. Während der gesamten Rettungsmaßnahmen hatte zudem die Besatzung des TLF 24/50 den Brandschutz sichergestellt. Nun wurde die Einsatzstelle, die bereits zu Anfang großflächig ausgeleuchtet wurde, zügig zurückgebaut. In der anschließenden Nachbesprechung lobten die Beobachter das Handeln der Einsatzkräfte. Die Lage wurde ruhig und Professionell abgearbeitet. Größere Fehler fielen nicht auf.
Der Abend klang im Anschluss, nachdem alle Fahrzeuge wieder einsatzbereit waren, gemütlich am Gerätehaus aus.
Kategorie: Aktuelles-Fw-HolzmindenVon: G. Hartmann
Fotos: G. Hartmann/D. Kumlehn
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