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05.09.2021

"Helfer helfen Helfern": Spendenübergabe in Hillesheim (RLP) und Eschweiler (NRW) (05.09.2021)

Unter dem Motto „Helfer helfen Helfern“ hat die Freiwillige Feuerwehr Holzminden Spenden für vom Hochwasser betroffene Feuerwehrmitglieder gesammelt. Während der knapp sechs Wochen andauernden Aktion sind dabei mehr als 75.000 Euro zusammengekommen. Zahlreiche Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Vereine, Betriebe sowie Bürgerinnen und Bürger haben sich mit Spenden beteiligt. Nun wurden die gesammelten Gelder direkt vor Ort und in der vollen Höhe von einer Holzmindener Delegation überreicht.

Holzmindens Stadtbrandmeister Manfred Stahlmann, stellv. Stadtbrandmeister Dr.-Ing. Nils-Peter Kriegel, stellv. Ortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Holzminden Tobias Hauske, Ortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Neuhaus i. S. Sebastian Winzmann sowie Kreisbrandmeister Jens Heinemeyer, stellv. Kreisbrandmeister Thomas Planke und Kreisbereitschaftsführer Michael Eisenbeis waren am frühen Sonntagmorgen nach Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen aufgebrochen. Begleitet wurden sie von der Holzmindener Kameradin Franziska Kleinod, die sich sowohl im Juli während des Hochwassereinsatzes der Kreisfeuerwehrbereitschaft in Eschweiler als auch danach bei der Spendenaktion tatkräftig eingebracht hat.

In Rheinland-Pfalz sind insbesondere die Landkreise Ahrweiler und Vulkaneifel sowie in Nordrhein-Westfalen die Region um Eschweiler von der Flutkatastrophe betroffen. Über die jeweiligen Landesfeuerwehrverbände und die Kreisfeuerwehren der betroffenen Regionen konnte im Rahmen der Spendenaktion der Kontakt zu den Feuerwehrkameradinnen und -kameraden vor Ort geknüpft werden.

Dank der großen Spendenbereitschaft konnten insgesamt 36 betroffene Feuerwehrangehörige als Empfänger bzw. Empfängerinnen ausgewählt werden. Die Übergabe der Spenden an 24 Kameradinnen und Kameraden aus den Landkreisen Ahrweiler und Vulkaneifel fand an Vormittag in der Technischen Einsatzleitung des Landkreises Vulkaneifel in Hillesheim statt. Begrüßt wurde die Holzmindener Abordnung dort unter anderem vom Udo Cornesse, Präsidiumsmitglied des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz, Harald Schmitz, Kreisfeuerwehrinspektor des Landkreises Vulkaneifel, sowie Frank Linnartz und Dieter Merten, Gemeindewehrführer der Verbandsgemeinden Altenahr bzw. Adenau im Landkreis Ahrweiler.

In Eschweiler wurden die Holzmindener Feuerwehrleute dann am Nachmittag am Gerätehaus des Löschzuges 11 der dortigen Feuerwehr von Bürgermeisterin Nadine Leonhardt, Stefan Preuß, stellv. Stadtbrandinspektor, Lutz Krüger, Vorsitzender des Fördervereins der Feuerwehr Eschweiler, sowie weiteren Kameradinnen und Kameraden herzlich willkommen geheißen. Hier konnten 12 geschädigten Feuerwehrangehörigen Geldspenden überreicht werden. 

Nach der Begrüßung und einer kurzen Ansprache und Erläuterung über Ziel, Hintergrund und Verlauf der Spendenaktion seitens Stadtbrandmeister Stahlmann wurden die Spenden-Urkunden in die dankbaren Hände jener Personen übergeben, welche an diesem Tag im Mittelpunkt standen, den von der Katastrophe besonders betroffenen Feuerwehrmitgliedern bzw. ihren nächsten Angehörigen. Ebenfalls erhielten die Spendenempfänger und alle Interessierte einen präsentativen Beutel mit Informationen des Stadtmarketings Holzminden über die Heimat der Spendenaktion.

Zwischen den beiden Spendenübergaben besichtigte die Holzmindener Abordnung unter Leitung von Gemeindewehrführer Dieter Merten die aktuelle Situation und die noch immer deutlich sichtbaren Katastrophenschäden im Ahrtal sowie in der besonders betroffenen Ortschaft Schuld. Hierbei berichtete Gemeindewehrführer Merten den Holzmindenern anschaulich über die verschiedenen Unglücks- und Schadensfälle, welche sich während des Hochwassers dort ereignet hatten.

Zum Abschluss der Reise folgten die Spendenüberbringer einer Einladung zur Besichtigung des St.-Antonius-Hospitals in Eschweiler unter Führung dessen kaufmännischen Direktors Daniel Brenner. Ausführlich wurden die Holzmindener während einer Begehung über die dramatische, aber erfolgreiche Evakuierung der über 300 Patientinnen und Patienten in der Nacht des Hochwassers und über die verheerenden Folgen der Flut informiert. Ebenso bekamen sie einen Eindruck von der Einsatzlage, welcher sich die Kreisfeuerwehrbereitschaft Holzminden bei ihrer Hilfeleistung vor Ort gegenübersah.

An den beiden Übergaben in Hillesheim und Eschweiler schlossen sich jeweils inoffizielle Teile an, in welchen die Möglichkeit zum Austausch mit den Hochwasserbetroffenen und den dortigen Feuerwehrmitgliedern bestand. In teilweise sehr persönlichen Gesprächen schilderten die Kameradinnen und Kameraden, aber auch Angehörige, über die zum Teil unbegreiflichen Auswirkungen des Hochwassers. Vielen Betroffenen viel es noch immer schwer über das Erlebte zu reden. Das persönliche Leid aber auch der Durchhaltewille der Menschen vor Ort hat alle Anwesenden tief beeindruckt.

Die spürbare Ergriffenheit der Kameradinnen und Kameraden über die Hilfsbereitschaft aus dem fernen Holzminden, welches zuvor keine Beziehung zu den Hochwassergebieten oder den dortigen Feuerwehren hatte, hat die gesamte Delegation sehr bewegt. Über das Materielle hinaus ist es mit dieser Hilfsaktion gelungen, ein Zeichen der kameradschaftlichen Solidarität zu setzen, Ländergrenzen übergreifend und getreu dem Motto "Helfer helfen Helfern". 

Tief bewegt und mit vielen Eindrücken aber auch dem Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, kehrte die Delegation am späten Abend schließlich zurück nach Holzminden. Stadtbrandmeister Stahlmann und das Organisationsteam danken allen Institutionen sowie Bürgerinnen und Bürgern, welche sich für die Aktion eingesetzt haben bzw. welche durch ihre Spenden die Hilfe vor Ort ermöglichten. Es ist gelungen ein Zeichen der Menschlichkeit und Solidarität zu setzten.

 

Die Spendenaktion „Helfer helfen Helfern“ geht in die Verlängerung

„Dennoch ist uns ist hier aber auch bewusst geworden, dass in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten noch immer weitere Hilfe erforderlich und von Nöten ist.“, ergänzt Stadtbrandmeister Stahlmann sein Resümee. So konnte zwar eine außerordentliche Anzahl an Kameradinnen und Kameraden zumindest finanzieller Beistand geleistet werden, jedoch gibt es noch viele weitere Feuerwehrangehörige, welche auf Hilfe angewiesen sind. So sind nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz allein dort etwa 350 Feuerwehrmitglieder von den Hochwasserfolgen unmittelbar betroffen.

Aus diesem Grund stand der Entschluss schnell fest, die Aktion „Helfer helfen Helfern“ für voraussichtlich vier weitere Wochen zu verlängern. Die Organisatoren hoffen, dass sich noch weitere Spenderinnen und Spender finden, um das Leid und die Not der betroffenen Feuerwehrangehörigen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu lindern.

Spenden werden daher weiterhin erbeten auf folgendes Konto der Stadt Holzminden:
Stichwort: "Helfer helfen Helfern"
VR-Bank Südniedersachen eG
IBAN: DE51 2606 2433 0108 0006 03

Der Überweisungsbeleg ist als Spendenquittung anerkannt. Die Spenden werden voraussichtlich für die Dauer der kommenden vier Wochen entgegengenommen. Das gesammelte Geld wird in der vollen Höhe an die Betroffenen übergeben werden.

Bei Fragen zur Hilfsaktion steht Ihnen Stadtbrandmeister Manfred Stahlmann gern zur Verfügung. Oder nutzen Sie einfach das Kontaktformular auf unserer Internetpräsenz.

Hinweis:

Die Spendenübergaben sowie alle Besichtigungen fanden unter Achtung und Einhaltung der geltenden Maßnahmen bezüglich der Covid-19-Pandemie statt. Dies geschah in enger Abstimmung mit den vor Ort zuständigen Organisatoren und unter Beachtung der dort jeweils geltenden Hygiene-Konzepte.

Kategorie: Aktuelles-Fw-Holzminden, Aktuelles-Fw-Silberborn, Aktuelles-Fw-Neuhaus
Von: G. Meyer; Fotos: G. Meyer, M. Uhr